31März2018

Polen | Bodzentyn, Lagow | Monatsbericht Rinder- und Pferdemarkt

Wir sind an neun Markttagen auf dem Rinder- und Pferdemarkt. Fast alle Pferde, die zum Markt kommen, werden an zwei Händler verkauft. Beide Händler arbeiten für italienische Firmen. Die eine Firma transportiert noch immer Pferde von hier bis nach Italien. Die andere Firma lässt in Polen schlachten und exportiert das Fleisch nach Italien.
Der Rindermarkt funktioniert anders. Der grösste Anteil der Tiere wird regional gehandelt, v.a. zwischen Bauern. Aber auch einige Schlachthöfe kaufen auf dem Markt Tiere. Auf dem Rindermarkt finden wir noch immer regelmässig Verstösse gegen das Tierschutzgesetz. Bei sechs Rindern sind die Klauen stark verwachsen, zwei Rinder sind stark abgemagert, eines mit einem verletzten Bein. Sie sind transportunfähig. Ausserhalb des Marktgeländes finden wir in einem Transporter eine liegende Kuh. Sie kann aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Wir informieren den Marktveterinär. Der ordnet an, dass die Kuh zum Schlachthof gebracht wird und dort umgehend getötet werden soll. Wir finden auch noch zwei Händler, die ihre Rinder an den Hörnern angekettet haben. Wir weisen sie darauf hin, dass das verboten sei und die Ketten Schmerzen verursachen. Die Händler verweigern uns ihre Kooperation. Wir melden den Fall dem Marktveterinär. Der Händler verlässt vor einer Prüfung durch den Veterinär den Markt. Da wir den Fall dokumentiert haben, reichen wir Anzeige ein bei der Veterinärinspektion.