Blutfarmen

Argentinien und Uruguay

Bei unseren Recherchen über Pferdefleischimporte aus Qualproduktion in Übersee sind wir auf eine weitere Grausamkeit gestossen: Blutfarmen. Orte, an denen tausenden tragenden Stuten ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden Blut abgenommen wird.  Aus ihrem Blut gewinnt man das Hormon PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin). Die europäischen Ferkelproduzenten setzen dieses Hormon ein für die Brunstinduktion und -synchronisation bei Sauen, für die Steigerung der Wurfgrösse und/oder zur Auslösung der Pubertätsentwicklung.

Wir haben seit Anfang 2015 über das Blutgeschäft in Uruguay und Argentinien recherchiert und regelmässig darüber berichtet. Ein Millionengeschäft, das es seit mehr als 30 Jahren gibt. Wir haben mit (ehemaligen) Mitarbeitern, Nachbarn, Blutfarmern, Tierärzten und Vertretern des Landwirtschaftsministeriums in Uruguay gesprochen. Unsere Recherchen zeigen, dass in Argentinien und Uruguay mehr als 10.000 Stuten für die Ferkelindustrie in Europa brutal misshandelt und ausgebeutet werden. Dass sie aufgrund des hohen und wiederholten Blutverlusts anämisch werden oder an Mangelkrankheiten leiden und Verletzungen unversorgt bleiben. Dass ihre Fohlen systematisch abgetrieben werden, da das Hormon nur in der frühen Trächtigkeit gewonnen werden kann und die Fohlen ungewollt sind. Dass jedes Jahr rund 30 Prozent der Stuten aus dem Prozess ausscheiden, da sie entweder auf den Weiden sterben oder an EU-zertifizierte Schlachthöfe verkauft werden, wenn sie nicht mehr trächtig werden. Das Blutgeschäft wird in Uruguay und Argentinien staatlich toleriert und z.T. sogar subventioniert und von europäischen Pharmakonzernen (Hipra, Zoetis) profitabel genutzt. Im Juli 2018 kündigt das deutsche Pharmaunternehmen IDT Biologika an, künftig kein PMSG aus Südamerika zu importieren.

Neue Videoaufnahmen vom Januar und April 2018 belegen, dass sich seit 2015 nichts geändert hat, trotz Versprechungen von Pharmakonzernen und Behörden, mit neuen Handbüchern und Audits die Situation zu verbessern. Noch immer werden trächtige Stuten während der Blutentnahme auf brutalste Art und Weise gequält. Noch immer bleiben verletzte, kranke und abgemagerte Stuten unversorgt und auf weiten Waldweiden sich selbst überlassen.

Wir meinen, die europäischen Konsumenten sollten Bescheid wissen über das Geschäft mit dem Leid der Blutstuten. Unsere Recherche dient der Aufklärung und dem Ziel, einen EU-weiten Importstopp zu erreichen für PMSG sowie ein Verbot des Einsatzes von PMSG in der Schweineproduktion.

Film: Das Blutgeschäft (2015)

Film: Das Blutgeschäft - Teil 2 (2017)

Film: Das Blutgeschäft - Teil 3 (2018)

Dossier: Blutfarmen in Südamerika

Pressemitteilung 8/2018: Blutfarmen

Unsere Berichte zum Herunterladen:

Bericht 1 | 2015

Blutfarmen

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Bericht 1 | 2018

Blutfarmen in Südamerika

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Einsatzberichte

18. Dezember 2019

ARD, FAKT - Thüringen: Pferdeblut für Hormon-Gewinnung

Auf Basis unserer Recherchen berichtet Fakt über die PMSG-Produktion in Deutschland. Nachdem wir Beweise hatten, dass auch in Deutschland tragenden Stuten Blut abgenommen wird, haben wir uns an die Redaktion Fakt gewandt. Ort: Haflinger Gestüt Meura. Anzahl Stuten: 100. Häufigkeit der Blutabnahmen: Jeden zweiten Tag 4 Liter, 16 Liter pro Woche.…

17. Dezember 2019

Blutfarmen in Deutschland – Das ARD Magazin Fakt berichtet

ARD, Fakt Beitrag: Nach langwieriger Recherche liegen uns jetzt Beweise vor, dass auf dem Haflinger-Gestüt Meura tragende Stuten für die PMSG Gewinnung genutzt werden. Und das seit Jahrzehnten. Laut Information der Bundesregierung galt bislang die Auskunft, dass es in Deutschland keine PMSG-Produktion gibt und eine derartige Blutentnahme als…

11. November 2019

Belgien | Brüssel | Blutfarmen: Petition an das EU-Parlament

AWF|TSB-Projektleiterin Sabrina Gurtner hielt auf der Sitzung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlaments (PETI) einen Vortrag über Blutfarmen in Südamerika, auf denen von trächtigen Stuten das Qualhormon PMSG gewonnen wird. Unser Ziel ist ein Importstopp in die EU, doch die EU-Kommission hat unsere Forderungen bislang ignoriert. Dank…