06August2019

Bonn | Bundesministerin Julia Klöckner untersagt Kälbertransporte nach Spanien

Durstige Kälber versuchen verzweifelt an einer Schweinetränke zu trinken, die nicht für sie geeignet ist.

In einem Schreiben an den Staatsminister Thorsten Glauber fordert Bundesministerin Julia Klöckner, die Langzeittransporte junger Milchkälber (Fachterminologie: nicht abgesetzte Kälber) von Bayern nach Spanien zu untersagen.

Julia Klöckner sagt deutlich, es gäbe zur Zeit keine Spezialfahrzeuge in denen die in der EU Tierschutztransportverordnung geforderte adäquate Tränkung (mit Elektrolyt, Milch bzw. Milchaustauscher) nach neun Stunden Transport, möglich wäre. Das haben die Veterinärämter in Bayern bereits lange erkannt und deshalb die Abladung und Versorgung der Kälber in einem EU-Versorgungsstall (Kontrollstelle) in Frankreich zur Bedingung gemacht.

Mit diesem Versorgungsstopp kann allerdings der Bestimmungsort der Kälber, eine Sammelstelle in Katalonien nicht mehr in der erlaubten Transportzeit von 19 Stunden erreicht werden. Aus diesem Grund hat Bundesministerin Klöckner nun den Stopp gefordert. Sie bezieht sich dabei auf ein EUGH-Urteil und die Sitzung des Agrarrates vom 15.07.2019, bei dem die EU-Kommission die Mitgliedstaaten aufforderte, die EU-Verordnung konsequent umzusetzen.

Wir recherchieren die Langzeittransporte nicht-abgesetzter Kälber und Lämmer bereits seit fünf Jahren: 

Dossiers (Englisch):

Wir haben alleine die Transporte deutscher Kälber nach Spanien von 2016 bis 2018 mehrfach dokumentiert und Beschwerden an die zuständigen Behörden geschickt. Dies führte u.a. zu einem Urteil gegen einen Transporteur wegen mehrfachen Überschreitens der erlaubten Transportzeit für Kälber.

Wir müssen nun den Druck auf andere Mitgliedstaaten erhöhen, die ebenfalls Kälber über lange Strecken exportieren ohne überhaupt eine Versorgung der Tiere einzufordern und zu prüfen.