Beschwerde gegen die neue Lizenz für Islands Blutfarmen
Die isländische Veterinärbehörde MAST hat dem Pharmaunternehmen Ísteka überraschend eine neue, auf zwei Jahre befristete Lizenz zur Blutentnahme bei trächtigen Stuten erteilt. Doch die Genehmigung ist rechtswidrig. Wir haben uns deshalb mit isländischen und internationalen Partnerorganisationen zusammengeschlossen und eine auf Tierschutzrecht spezialisierte Anwältin in Island beauftragt, Beschwerde gegen den Entscheid der Veterinärbehörde einzureichen.
Ísteka gewinnt aus dem Blut trächtiger Isländer-Stuten das Hormon PMSG, das in der industriellen Tierzucht eingesetzt wird. Seit Jahren dokumentieren wir die Bedingungen auf den sogenannten Blutfarmen. Unsere Recherchen zeigen, dass die Stuten während der Blutentnahmen erheblichem Stress ausgesetzt sind und die Blutentnahmen unter Zwang erfolgen. Die Tiere werden mit Gewalt fixiert. Während sich einige stark wehren, geben sich manche sogar auf. Ihre Fohlen werden als Nebenprodukt der Blut-Industrie zu Hundefutter verarbeitet.
In den vergangenen Jahren ist der Druck auf die isländischen Behörden gestiegen. Hunderttausende Menschen haben eine Petition gegen die Blutfarmen unterzeichnet, Rechtsgutachten kamen zum Schluss, dass die Praxis nicht rechtskonform ist, und sogar die EFTA-Überwachungsbehörde hat Island wegen der Blutfarmen kritisiert. Juristisch ist die Sache eigentlich klar: Tiere dürfen in Island nur für die Herstellung von Arzneimitteln benutzt werden, wenn es keine Alternativen gibt.
Und solche Alternativen gibt es. Das Leid der Stuten für die Gewinnung des Fruchtbarkeitshormons ist also völlig unnötig.
Verlängerung der Lizenz verletzt isländisches Recht
Als die bisherige Lizenz von Ísteka auslief, schien das Ende der Blutfarmen deshalb in Reichweite. Umso schockierender war die Entscheidung der Veterinärbehörde MAST, dem Unternehmen dennoch eine neue Genehmigung zu erteilen. Damit widersetzt sie sich bewusst den gesetzlichen Bestimmungen!
Das nehmen wir nicht hin. Gemeinsam mit Partnerorganisationen gehen wir deshalb juristisch gegen den Entscheid vor.
Mit der eingereichten Beschwerde wollen wir gemeinsam mit unseren isländischen und internationalen Partnerorganisationen erreichen, dass die Lizenz wieder aufgehoben wird. Sind wir damit erfolgreich, wäre das das Ende der Blutentnahmen bei trächtigen Stuten in Island.
