Behörden: Trainings


Tiertransporte müssen auch unterwegs von Kontrollbehörden überprüft werden. Das zeigt der hohe Prozentsatz tierschutzrechtlicher Beanstandungen bei Verkehrsinspektionen. Nationale Tiertransporte würden ohne Polizeiüberprüfungen häufig unkontrolliert bleiben. Die Transportbedingungen bei Langzeittransporten dauern legal bis zu 29 Stunden. Ohne behördliche Kontrolle sind diese oft problematischen Transporte unbeaufsichtigt. Damit Tiere auf Transporten geschützt sind, sind Tiertransportkontrollen durch Autobahnpolizei bzw. spezialisierte Schwerlastkontrollgruppen unerlässlich.
Viele Polizisten stellen sich bei Tiertransportkontrollen grundsätzliche Fragen:
- Woran erkenne ich, wenn ein Tier krank ist?
- Wie viele Tiere dürfen geladen werden?
- Welche Transportzeiten sind für welche Tierart zulässig?
- Welche Tränkesysteme sind zur Versorgung der Tiere geeignet?
- Sollte das Veterinäramt hinzugezogen werden?
Deshalb bieten wir europaweit Schulungen für Polizisten und interessierte Amtstierärzte mit Fokus auf Tierschutz beim Transport an. Unter anderem in Kooperation mit Eyes on Animals (Niederlande). Als zusätzlichen Referenten für die Lehrgänge konnten wir Dr. Alexander Rabitsch gewinnen.
Manchmal arbeiten wir mit anderen Nichtregierungsorganisationen wie Eyes on Animals (Niederlande) oder Welfarm (Frankreich) sowie
mit Polizeibeamten zusammen, die auf Kontrollen im Tiertransport spezialisiert sind. Sie unterstützen uns dabei, den Veterinärbehörden die Auswertung von Fahrtenschreiberausdrucken zu vermitteln.
In Ungarn haben wir gemeinsam mit Welfarm (Ungarn) 2012 bis 2015 zehn verschiedene Autobahnpolizeieinheiten geschult.
In Polen bieten wir seit 2015 Polizeischulungen für die Inspektoren der Straßenverkehrspolizei (Inspekcja Transportu Drogowego, ITD) an. Bis Anfang 2024 nahmen 15 von 16 Regionen in Polen an unseren Schulungen teil. Darüber hinaus schulten wir amtliche Tierärzte, einige lokale Polizeidienststellen und eine Zollstelle. Neben zweitägigen Basisworkshops haben wir zahlreiche individuelle gemeinsame Nachfassaktionen vor Ort durchgeführt. Einige führten zum Entzug von Führerscheinen, und in einigen Fällen kam es sogar zu Gerichtsverfahren wegen Tierquälerei. Die Verfahren sind noch anhängig.
In Deutschland haben wir gemeinsam mit Dr. Alexander Rabitsch (einem erfahrenen Tierarzt) Workshops für Hunderte von Beamten in den Bundesländern Sachsen, Niedersachsen und Hessen durchgeführt. Auch in Zukunft sind weitere Kurse in Deutschland geplant.
Im März 2024 führten wir unseren ersten Workshop in Spanien durch, der sich speziell mit der Zulassung von Transportfahrzeugen und der nachträglichen Kontrolle von Tiertransporten für Veterinärbehörden und die Landpolizei befasste. Aufgrund des Erfolgs der Veranstaltung wurden wir eingeladen, die Schulung in Zukunft zu wiederholen.








