Polen: Stallmodernisierung

Viele Tiere verbringen Tag und Nacht in einem dunklen Stall.
Nach dem Bau des Paddocks können sich die Tiere zum ersten Mal frei an der frischen Luft bewegen.

Rückblick über 18 Monate Stallmodernisierung in Polen/Region Heilig Kreuz/ Wachock

Auf kleinbäuerlichen Betrieben in Polen wird die überwiegende Anzahl der Nutztiere, nach alt hergebrachter Methode, in dunklen Ställen gehalten, abgeschottet von Licht und Luft. Viele Pferde erkranken an Mauke oder leiden unter Erkrankungen der Atemwegen. Eine tierärztliche Behandlung wird aufgrund fehlender finanzieller Mittel der Bauern häufig nicht durchgeführt. Auch hier leisten wir Hilfe.

Dank der großzügigen Finanzierung der Stiftung-Eleonora-Susanna für den Natur-, Umwelt- und Tierschutz, war es dem Tierschutzbund Zürich ( TSB) und der in Polen federführenden, deutschen Schwesterorganisation Animal Welfare Foundation (AWF) möglich, durch Stallmodernisierungen vielen Tieren, insbesondere Pferden in Anbindehaltung, zum ersten Mal in ihrem Leben, ein Gefühl von Freiheit zu geben.

Das Angebot umfasste: Weidezäune und Paddocks, auf denen Pferde oder Rinder grasen können. Aber auch Boxen, in denen die Tiere wenigstens ein Minimum an Bewegungsspielraum haben.

Bis zum Ende 2013 wurden von uns in 18 Monaten 30 Ställe mit Kosten von ca. 45 000 Euro umgebaut. In diesen neuen Ställen leben 76 Pferde, die bisher nur Anbindehaltung kannten. Erstmals in ihrem Leben sihnd sie je nach Wetterlage in geräumigen Boxen mit Auslauf oder auf Weiden und grossen Paddocks.

Wir haben das Projekt gestoppt, weil es ein Pilotprojekt ist. Die umgebauten Höfe dienen als Beispiel für gute Pferdehaltung. Die Nachbarn der Höfe und interessierte Pferdehalter können auf diesen Höfen erleben, wieviel leichter der Umgang mit den oft schweren Kaltblutpferden ist, wsenn sie ausgeglichen sind. Sie können erleben, wieviel gesünder die Pferde sind und damit "billiger" in der Unterhaltung. Von solchen Höfen gehen nachweis weniger Pferde auf den Schlachtmarkt in Bodzentyn.

Stand heute: Wir bieten den Bauern elektrische Weidezäune an, damit sie ihren Pferden Bewegung und frische Luft bieten können. Das Angebot wird angenommen.

Weitere Informationen rund um unser Projekt Stallmodernisierung in Polen können Sie sich gerne hier herunterladen.

Das Tier konnte nur mehr durch eine Lucke gefüttert werden.
Die Behörden beschlagnahmten Tarik dennoch nicht. Denn Pferde sind oft die Lebensgrundlage der armen Bevölkerung.

Der Hengst Tarik

Vor der Gründung des AWF wurde Hengst Tarik vom Team der Mobilen Klinik entdeckt. Über Wochen wurde im Stall nicht gemistet. Die Tür war von innen bis zur Hälfte durch eine dicke, stinkende Mistschicht versperrt.

Gefüttert durch Loch in der Decke
Gefüttert wurde Tarik von oben, durch ein Loch in der Decke. Tarik konnte nur noch hier seinen Kopf anheben, im Stall stand er mit dem Rücken an der Decke. Wir starteten sofort mit der Befreiung, zumal die Gefahr bestand, dass der Stall zusammenbricht. Tarik wurde in einen anderen Stall gebracht, zum Bruder des Besitzers. Nachdem Animals' Angels das Projekt Polen eingestellt hat und der AWF es übernahm (auch das Einsatzteam wechselte zum AWF), kontrollierten wir Tarik´s Haltung und fanden ihn erneut in dem baufälligen Stall des Besitzers vor.

Keine Beschlagnahmung des Pferdes
Wir informierten die Behörden, die Auflagen erteilten, aber nicht bereit waren, das Pferd zu beschlagnahmen. Pferde sind in dieser Gegend häufig noch die Lebensgrundlage der kleinen Bauern, die mit ihnen die Feldarbeit bestreiten.

Heute steht Tarik in einem anderen Stall, zwar noch immer nicht so, wie wir es fordern gegenüber dem Besitzer und den Behörden. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Der Besitzer baut derzeit (Oktober 2011) einen Auslauf. Wir bleiben dran und lassen Tarik nicht im Stich. 

Der Hengst Jacus

Im Juni 2011 hat sich am deutlichsten gezeigt, wie wichtig es ist, durch unseren Huf- und Klauenservice auf die sonst unzugänglichen Höfe zu kommen. Unser Team entdeckt den seit einem Jahr angeketteten Hengst „Jacus“ in einem dunklen Stall. Der Hengst ist so aggressiv, dass wir uns kaum nähern können. Dann entdecken wir die Ursache seines ungewöhnlichen Verhaltens: die Kette hat sich viele Zentimeter tief in seinen Hals eingeschnitten und bei jeder Bewegung muss er wahnsinnige Schmerzen haben.

Anzeige wegen Tierquälerei
Wir befreien den Hengst von der Kette und erstatten Anzeige wegen Tierquälerei beim zuständigen Veterinäramt. Jacus lebt heute bei unserem Hufschmied Bogdan und genießt sein neu gewonnenes Leben.

Chef Krzysztof

Dariusz

Krzysztof

Lukasz

Unsere letzten Einsatzberichte des Projektes Stallmodernisierung:

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