Tiertransporte auf See im Fokus – Maria Boada Saña referiert auf Konferenz in Paris
Vergangene Woche hat eine Fachkonferenz im Palais du Luxembourg in Paris Einblicke in die Realität von Lebendtiertransporten auf See gewährt. Unsere Projektleiterin für Schiffstransporte, Maria Boada Saña, hat dort als Expertin die strukturellen Ursachen des Tierleids bei Exporten lebender Tiere per Schiff aufgezeigt.
An der Konferenz nahmen unterschiedliche Akteure teil: Fachleute für Seerecht, Schiffsbetreiber, Frachtexperten, Tierschutzorganisationen sowie auch der französische Verkehrsminister. Ziel war ein fachlicher Austausch über die Realität und die Risiken von Tiertransporten auf See.
Systembedingtes Leid
In ihrem Vortrag machte Maria Boada Saña deutlich, dass das Leid der Tiere auf Transportschiffen kein Zufall ist. Es ist vorhersehbar und systemisch. Die Probleme beginnen bereits bei der Konstruktion und Zulassung der Schiffe.
„Die Bauweise und Genehmigung dieser Schiffe sind keine technischen Nebensächlichkeiten“, betonte sie, „sondern der Ausgangspunkt für das Leiden der Tiere während des gesamten Exportprozesses.“
Bilder, die Realität zeigen
Während des 30-minütigen Vortrags verfolgte das Publikum die Ausführungen sehr aufmerksam. Besonders die Bilder und Videos von Bord der Schiffe hinterließen Eindruck. Sie machten das reale Leid der Tiere sichtbar und verlagerten die Diskussion weg von theoretischen Annahmen hin zu den tatsächlichen Bedingungen auf See.
Viele Teilnehmende zeigten sich überrascht, wie vorhersehbar sich der Zustand der Tiere während der Überfahrt verschlechtert. Der Vortrag zeigte klar: Das Leiden entsteht nicht durch einzelne Unglücke, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren – von Konstruktionsfehlern über mangelhafte Genehmigungen und problematische Verladeverfahren bis hin zu langen Reisen und fehlender Kontrolle am Zielort. Diese Risiken verstärken sich mit jeder Stunde auf See.
Klare Konsequenzen, klare Forderung
Die Konferenz ermöglichte einen evidenzbasierten Dialog zwischen Politik, Behörden, Rechtsexperten, der Schifffahrtsbranche und der Zivilgesellschaft. Dabei wurde deutlich: Veränderungen sind möglich – aber nur, wenn strukturelle Mängel behoben und Verantwortlichkeiten auf nationaler wie internationaler Ebene konsequent durchgesetzt werden.
Die zentrale Schlussfolgerung der Präsentation brachte es auf den Punkt: „Solange das System unverändert bleibt, ist das Leiden der Tiere auf See vorhersehbar und nicht die Ausnahme.“ Genau deshalb fordern wir ein Verbot von Lebendtiertransporten auf dem Seeweg.
Unsere Botschaft stieß auf große Resonanz. Wir wünschen uns, dass sie nun auch einen Orientierungsrahmen für künftige politische und rechtliche Schritte im Bereich der Exporte von Tieren per Schiff bietet.
Anerkennung unserer Expertise
Ein weiterer wichtiger Erfolg: Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Robin des Bois waren wir eine der wenigen Tierschutzorganisationen, die als Fachreferenten eingeladen wurden.
Das zeigt, dass unsere Arbeit und unsere Expertise auf EU-Ebene ernst genommen werden – und dass unsere Stimme in zentralen politischen und regulatorischen Debatten Gewicht hat.
