Tierleid vor Gericht – Erfolg in Polen
Tiertransporte sind oft mit enormem Leid verbunden: zu wenig Platz, kein Zugang zu Wasser, verletzte oder tote Tiere. Als Tierschutzorganisation schauen wir nicht weg – wir dokumentieren solche Zustände und bringen sie vor Gericht. Denn nur, wenn Missstände rechtlich verfolgt werden, kann sich wirklich etwas ändern.
Ein Beispiel dafür ist ein besonders schwerer Fall, den wir 2019 in Polen entdeckt haben. Zusammen mit den Behörden hielten wir einen Transporter an, der 181 Kälber von Litauen nach Israel bringen wollte.
Vor Ort fanden wir unerträgliche Zustände vor: die Tiere waren geschwächt, durstig und hungrig, hatten kaum Platz – und einige waren bereits gestorben. Wir starteten einen Rechtsstreit, der mehr als fünf Jahre dauerte. Das erste Urteil war ernüchternd: geringe Geldstrafen für die Fahrer. Doch wir gaben nicht auf und zogen vor die nächste Instanz. Mit Erfolg: Das Urteil wurde verschärft, die Fahrer wurden zu höheren Strafen und Bewährungsstrafen verurteilt. Im Wiederholungsfall droht ihnen sogar Gefängnis.
23 von 25 Gerichtsverfahren gewonnen
In den letzten zehn Jahren haben wir in Polen 25 Fälle wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz vor Gericht gebracht – und 23 davon gewonnen. Diese Erfolge zeigen: Juristischer Druck wirkt. Doch solche Verfahren sind aufwendig und teuer – ohne Spenden wären sie nicht möglich.
Auch wenn es viel Geduld und Durchhaltewillen braucht, lohnen sich solche Einsätze. Unser polnischer Anwalt bringt es auf den Punkt:
„Die Teilnahme von AWF und TSB an Strafverfolgungsmaßnahmen und Gerichtsverfahren ist sehr wichtig, um Beamte und Richter mit Tierschutzgesetzen vertraut zu machen und die Rechtsprechung zu beeinflussen. [...] So werden Tiere künftig besser geschützt.“
Leider ist Tierschutz im polnischen Justizsystem oft noch immer ein blinder Fleck. Im Jahr 2023 dokumentierten wir z. B. einen Transporter, in dem Schweine so eng eingepfercht waren, dass sie kaum stehen konnten – trotzdem wurde der Fahrer freigesprochen. Solche Rückschläge zeigen: Der Kampf ist noch lange nicht vorbei.
Tiere brauchen eine Stimme, auch vor Gericht. Deshalb braucht es uns – und Menschen, die uns unterstützen. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen Tierquälerei. Für Gerechtigkeit. Für echten Schutz. Für Veränderung.

