Einsatz für die Lämmer in Italien
Die letzten Tage waren wir zwischen Slowenien und Italien unterwegs, um Lämmertransporte zu kontrollieren. Insgesamt haben wir neun LKWs überprüft. Abgesehen von kleineren Verstößen – etwa zu niedriger Deckenhöhe oder Tränken, die für Lämmer ungeeignet sind – konnten wir keine gravierenden Missstände feststellen. Das überrascht uns positiv, denn in den vergangenen Jahren haben wir rund um die Weihnachtszeit regelmäßig massive Probleme dokumentiert. Es zeigt, dass unsere Arbeit wirkt.
Allerdings hat sich auch das Bild der Transporte verändert: Dieses Jahr waren deutlich weniger Lämmertransporte unterwegs, und sie kamen aus anderen Regionen. Während sonst häufig Transporte aus Rumänien nach Italien rollen, stammten die meisten LKWs diesmal aus Ungarn. Grund dafür ist der Ausbruch der Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR) in Rumänien, weshalb von dort aktuell keine Transporte stattfinden.
Weniger Lämmer, mehr Rinder?
Was uns jedoch umso mehr alarmiert hat: Während die Zahl der Lämmertransporte stark gesunken zu sein scheint, haben wir massive mehr Rindertransporte nach Italien beobachtet.
Bei einem dieser Transporte mussten wir den schwersten Verstoß gegen die Tiertransportverordnung feststellen: In einem aus Slowenien kommenden LKW lag ein junger Bulle schwer verletzt am Boden. Das Tier konnte nicht mehr aufstehen, andere Rinder trampelten auf ihm herum. Die Fahrer gaben offen zu, dass ihnen bewusst war, ein verletztes Tier zu transportieren – und dass sie wussten, dass dies illegal ist.
Nachdem wir die zuständigen Behörden informiert hatten, wurden uns vor Ort ohne Begründung die Pässe abgenommen und wir wurden festgehalten. Der Transporter durfte anschließend einfach weiterfahren. Dieses Vorgehen ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, insbesondere angesichts der Schwere des festgestellten Verstoßes. Wir haben uns offiziell als Tierschutzorganisationen ausgewiesen.
Wir haben umgehend die zuständigen Tierärzte im Schlachthof informiert und warten derzeit auf Rückmeldung, was mit dem Tier geschehen ist. Dieser Fall wird von uns zur Anzeige gebracht.
Was wir in diesen Tagen gesehen haben, zeigt einmal mehr: Kontrollen sind unerlässlich – und sie dürfen nicht durch behördliche Willkür behindert werden.




