29. August 2025

Bundesrat: Hintertürchenpolitik statt konsequent für Tierschutz

Noch vor der Verhandlung über die Motion haben wir dem Bundesrat unsere gesammelten Unterschriften überreicht. Dennoch empfiehlt er die Motion zur Ablehnung. (Bild: Olivier Bieli)

Eine "einwandfreie Gewinnung" von PMSG, wie es der Suisseporcs-Geschäftsführer sagt, ist nicht möglich. Die Tierquälereien in den Produktionsländern sind systematisch.

Der Bundesrat empfiehlt die Ablehnung der Motion für ein gesetzliches PMSG-Verbot – und hält damit der Branche ein Hintertürchen offen. Doch eine tierfreundliche Herstellung des Hormons ist unmöglich: In Südamerika und Island leiden trächtige Stuten systematisch für die Gewinnung von PMSG. Jetzt ist der Nationalrat gefordert, ein klares Zeichen für den Tierschutz zu setzen. Wir kämpfen weiter. 

Im Juni haben wir unsere Petition für ein gesetzliches PMSG-Verbot in der Schweiz lanciert. Über 17'000 Menschen sprechen sich gemeinsam mit uns gegen das Qualhormon aus. Gleichzeitig hat die Nationalrätin Meret Schneider eine Motion für ein Verbot eingereicht. Nun hat sich der Bundesrat geäussert – und empfiehlt die Motion zur Ablehnung. Begründung: Man wolle keine "gesetzlichen Verbote ‘auf Vorrat’", das privatrechtliche Verbot der Branche reiche aus.

Das sehen wir anders. Der Bundesrat will mit seiner Ablehnung der Motion der Branche das Hintertürchen offenhalten. In einem Artikel der Bauernzeitung (Ausgabe vom 22.8.) macht dies auch der Geschäftsführer des Schweinezüchterverbands Suisseporcs, Stefan Müller, klar: "[…] Sollte PMSG einmal aus einwandfreier Herstellung verfügbar sein, so sieht Müller keinen Grund, warum es nicht wieder erlaubt werden sollte. Da wäre ein Verbot auf Gesetzesebene ein Hindernis", heisst es in dem Artikel.

"Einwandfreie Herstellung" ist unrealistisch

Dank unserer langjährigen Recherchen in den Produktionsländern Uruguay, Argentinien und Island ist klar: Dort sind Tierschutzprobleme bei der PMSG-Gewinnung systematisch. Denn um das Hormon zu gewinnen, wird trächtigen Stuten literweise Blut abgezapft. Das geht laut Experten nicht ohne Tierleid. Stuten, die kaum an Menschen gewöhnt sind, geraten in Panik oder geben sich auf, wenn ihnen Blut entnommen wird. Die Fohlen werden als Nebenprodukt abgetrieben oder geschlachtet. Es ist klar: eine tierfreundliche Produktion von PMSG ist schlicht unmöglich.

Dass unter dem Einsatz von PMSG zudem auch die Sauen, denen das Mittel gespritzt wird, leiden, dass ihre Würfe zu gross werden und Ferkel sterben: Für den Bundesrat und den Suisseporcs-Chef Müller offenbar nicht erwähnenswert. 

Ein Verbot wäre ein Gesetz der Vorsorge und Fürsorge und ein klares Zeichen an die PMSG-Lieferanten in Südamerika und Island: Mit der Schweiz nicht!

Jetzt ist der Nationalrat in der Verantwortung

Jetzt ist der Nationalrat gefordert. Er wird in einer der kommenden Sessionen über ein gesetzliches PMSG-Verbot entscheiden. Darum müssen wir nun den Druck noch erhöhen. 

Unterzeichnen Sie die Petition und laden Sie Ihre Bekannten, Freunde und Familie ein, ebenfalls zu unterschreiben: 

Zur Petition

Die Petition bleibt bis zur Behandlung der Motion im Nationalrat offen. Sobald klar ist, wann die Motion verhandelt wird, werden wir die Nationalrät:innen mit der Petition konfrontieren. Helfen Sie uns, ein starkes Zeichen zu setzen gegen das Qualhormon. Mit Ihrer Unterschrift.