Aktuell: EU - Tiertransporte in die Türkei

Nach jahrelangem Einfuhrverbot hat die Türkei 2010 ihren Markt für Importe von Rindfleisch und Rindern aus der Europäischen Union geöffnet; zunächst nur für Tiere aus den Herkunftsländern  Estland, Lettland, Litauen und Ungarn, später auch aus Österreich. Mittlerweile werden auch aus Deutschland Rinder (ausgewiesen zur Zucht) in die Türkei transportiert. Ebenfalls werden in großer Zahl Schafe und Lämmer aus Bulgarien in die Türkei exportiert.

Im Herbst 2010 haben Tiertransportfahrer eine Mitarbeiterin des TSB/AWF über die katastrophalen Bedingungen an der bulgarisch/ türkischen Grenze informiert und eine Woche später war der TSB/ AWF vor Ort ..... (weiterlesen)

Tiertransporte

Eine Konsequenz der Globalisierung bzw. des globalen Handels ist die Zunahme von Tiertransporten und Ausweitung der Transportdistanzen. Die Spezialisierung im Agrarsektor, die Liberalisierung der Märkte, die internationale Ausrichtung von Unternehmen und die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien machen es heute möglich Tiere international zu vermarkten. Tiere sind längst Stückgut im Bewusstsein der Produzenten und Verwerter. Über 50 Milliarden Tiere (50.000.000.000, Wassertiere ausgenommen) werden weltweit jährlich geschlachtet. Deren Lebenszeit wird auf das Profitabelste verkürzt durch Spezialfutter, Medikamente, Beleuchtungssteuerung etc. Jedes einzelne Tier, und sei es noch so industrialisiert gehalten, empfindet Schmerz, erlebt Stress, kennt Trauer, geht Bindungen ein.

Innerhalb Europas werden Tiere, entgegen aller Proteste von Tierschützern, politischen Parteien bis zu Initiativen des Europäischen Parlaments, über Tage und tausende von Kilometer transportiert. Ganz legal, denn die geltende EU Verordnung 1/2005 zum Schutz von Tieren beim Transport sieht keine zeitliche Begrenzung von Tiertransporten vor, lediglich Transport- und Ruhephasen für die Tiere.

Wir setzen uns deshalb als ersten Schritt für eine Gesetzesänderung ein, in der Tiertransporte innerhalb der Europäischen Union u.a. auf maximal 8 Stunden begrenzt werden (siehe auch „8 hours“ - Petition), wohl wissend, dass auch diese acht Stunden für viele Tiere wie Kälber, Federtiere oder Schweine eine Qual bedeuten.

Allerdings ist die Dauer des Tiertransportes nur ein Faktor, unter dem die Tiere leiden müssen. Die Transportbedingungen wie z.B. die Beschaffenheit des Transportfahrzeugs, die Anzahl der geladenen Tiere, die Einstreu, die Anbindung und Abtrennung, die Verträglichkeit der Tiere untereinander, sowie die gesundheitliche Verfassung der Tiere bei der Beladung, spielen eine maßgebliche Rolle beim Transport.

Unser mittelfristiges Ziel  ist es, bessere Transportbedingungen durchzusetzen, ungeachtet der Transportdauer. Erreichen wollen wir dies durch häufigere und effiziente behördliche Kontrollen, durch besseren Informationsaustausch der Mitgliedstaaten sowie durch hohe und einheitliche Strafen bei Verstößen.  

Tierschutzbund Zürich und befreundete Organisationen wie die Animal Welfare Foundation (Deutschland), Eyes on Animals, EonA (Niederlande), Compassion in World Farming, CIWF (Großbritannien) und andere führen regelmäßig  Einsätze durch, um die Missstände und das Leid der Tiere auf den Tiertransporten zu dokumentieren. Die gemeinsamen Berichte werden an die zuständigen Stellen weitergeleitet und aus jedem Land wird separat nochmals Druck ausgeübt. 

Wir wollen die Qualtransporte stoppen! Wir wollen die Tiertransporte soweit wie möglich beenden.

Einsatzberichte finden Sie hier ...